So messen wir, ob der Tankrabatt ankommt
Alle Preise stammen aus dem Weekly Oil Bulletin der EU-Kommission. Es meldet jeden Montag die Durchschnittspreise aller EU-Staaten, einmal mit und einmal ohne Steuern.
Der Gedanke
Eine Steuersenkung kommt voll an, wenn der Preis ohne Steuern gleich bleibt. Steigt er, behält die Lieferkette einen Teil. Weil sich der Nettopreis aber auch mit dem Rohöl bewegt, vergleichen wir ihn nicht mit sich selbst, sondern mit dem EU-Durchschnitt. Der ist denselben Weltmarktpreisen ausgesetzt, nur ohne deutschen Rabatt.
Die Rechnung
Ausgangswert ist der Abstand zwischen deutschem Nettopreis und EU-Nettopreis in den vier Wochen vor dem Start. Während des Rabatts nehmen wir den durchschnittlichen Abstand aller Montage im Zeitraum. Die Differenz der beiden ist der Netto-Aufschlag. Weitergegeben ist, was von der Steuersenkung nach Abzug dieses Aufschlags übrig bleibt, als Anteil an der Senkung. Liegt der Wert über 100 Prozent, ist der Abstand sogar geschrumpft; wir schreiben dann „vollständig“.
Die Grenzen
Es sind Wochenwerte vom Montag, keine Tagespreise. Der EU-Schnitt ist nicht frei von eigenen Maßnahmen anderer Länder. Und die ersten Tage nach dem Stichtag verzerren das Bild, weil ältere Ware noch zum alten Satz versteuert ist. Andere Auswertungen, etwa auf Basis von Tagespreisen der Markttransparenzstelle und des Rotterdamer Großhandels, kommen deshalb zu anderen Zahlen. Für den Rabatt im Mai und Juni 2026 hat das ZDF etwa 80 Prozent Weitergabe gemeldet; unsere Methode ergibt mehr.
Quellen
Preise: EU-Kommission, Weekly Oil Bulletin, historische Datei ab 2005, Lizenz CC BY 4.0. Steuersätze und Termine: Deutscher Bundestag (2022), Deutscher Bundestag (Frühjahr 2026), Bundesregierung (Herbst 2026). Mehrwertsteuer: 19 Prozent.
Tankstellenpreise einzelner Städte folgen, sobald der Zugang zu den Daten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe freigeschaltet ist.